Cyber-Attacke gegen EMA: „Unrechtmäßiger Zugriff“ auf Impfstoff-Dokumente von Pfizer und BioNTech

© REUTERS / BioNTech SE 2020, all rights reserved / HandoutWettlauf der Corona-Impfstoffe: Zu schnell und zu gefährlich?
Wettlauf der Corona-Impfstoffe: Zu schnell und zu gefährlich? - SNA, 1920, 10.12.2020
Bei einer Cyberattacke auf die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ist es zu einem „unrechtmäßigen Zugriff“ auf Dokumente zum Corona-Impfstoff von Pfizer und BioNTech gekommen. Das geht aus einer entsprechenden Pressemitteilung der betroffenen Unternehmen hervor.
„Heute wurden wir von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) darüber informiert, dass die Agentur einer Cyber-Attacke unterzogen worden und auf einige Dokumente, die mit der behördlichen Submission des Covid-19-Impfstoffkandidaten BNT162b2 von Pfizer und BioNTech, (…) unrechtmäßig zugegriffen worden war“, heißt es im Schreiben.
Pfizer und BioNTech unterstrichen dabei, dass in diesem Zusammenhang ihre jeweiligen Systeme nicht angegriffen worden seien.
Laut der Erklärung ist nicht bekannt, ob möglicherweise Daten von Studienteilnehmern abgerufen worden sind.
„Derzeit erwarten wir zusätzliche Informationen über die EMA-Ermittlung und werden angemessen und entsprechend der EU-Gesetzgebung reagieren.“

Cyber-Attacke auf EMA

Am Mittwoch hatte die EMA mitgeteilt, dass eine Cyber-Attacke auf die Behörde unternommen worden war. Die Agentur leitete demnach Ermittlungen ein. Während diese andauerten, könnten keine Details publik gemacht werden.

Impfstoff von BioNTech/Pfizer

Am 9. November hatte das Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech mitgeteilt, dass seine Impfung einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete. Der Befund basiere auf den Zwischenergebnissen der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase.
Pharmaunternehmen (Symbolbild)  - SNA, 1920, 09.12.2020
Tests von Pfizer-BioNTech-Impfstoff gegen Corona: US-Behörde meldet sechs Todesfälle
Der Impfstoff BNT162b2 war von BioNTech im Projekt „Lighspeed“ (Lichtgeschwindigkeit) seit Mitte Januar entwickelt worden. Die für eine Zulassung entscheidende Phase-3-Studie begann Ende Juli in verschiedenen Ländern. Ein Impfschutz wird nach Angaben der Hersteller eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht.
Das BioNTech-Präparat ist ein sogenannter RNA-Impfstoff. Es enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt – in diesem Fall das Oberflächenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.
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