Türkei entscheidet sich gegen russischen Corona-Impfstoff – Kreml kommentiert

© REUTERS / TATYANA MAKEYEVACOVID-19 - Coronavirus Impstoff "Sputnik V"
COVID-19 - Coronavirus Impstoff Sputnik V - SNA, 1920, 09.12.2020
Die Türkei hat sich laut Gesundheitsminister Fahrettin Koca gegen den Einkauf des russischen Impfstoffes gegen das Coronavirus entschieden. Das Mittel Sputnik V entspräche nicht dem Qualitätssicherungssystem GLP, begründete Koca die Entscheidung. Die russischen Behörden loben den im Sommer vorgestellten Impfstoff als wirksam.
Über den Verzicht der Türkei auf die Anschaffung von Sputnik V informierte Koca am Mittwoch.
„Das Problem besteht darin, dass der russische Impfstoff nicht der GLP (Gute Laborpraxis) entspricht und daher nicht mehr in unserem Interesse ist“, sagte er nach Angaben des türkischen Senders Haberturk.
Wie Sputnik aus dem Russischen Fonds für Direktinvestitionen erfuhr, wird mit der Türkei weiter über die Lieferung verhandelt. Das Gremium hatte die Entwicklung des Impfstoffes finanziert. „Die Verhandlungen mit der Türkei werden fortgesetzt“, sagte ein Sprecher, der anonym bleiben wollte.
Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, bezeichnete Sputnik V als äußert wirksam.
„Die Ergebnisse von Tests und Studien zeugen davon, dass dieser Impfstoff sehr wirksam und zuverlässig ist und im Kampf gegen die Pandemie eine sehr wichtige Rolle spielen kann und wird“, so der Kreml-Sprecher auf die Frage, ob die Bedenken der Türkei begründet seien.
Pharmaunternehmen (Symbolbild)  - SNA, 1920, 08.12.2020
Erstes gutes Zeugnis für Impfstoff von Biontech/Pfizer in den USA
Sputnik V aus der Koproduktion des Moskauer Gamaleja-Instituts für Epidemiologie und Mikrobiologie mit dem Russischen Fonds für Direktinvestitionen war am 11. August vom russischen Gesundheitsministerium als weltweit erster Impfstoff gegen das Coronavirus registriert worden.
Das auf gut untersuchten menschlichen Adenoviren basierte Mittel befindet sich jetzt in der dritten Etappe klinischer Studien mit 40.000 Probanden. Bei den beiden ersten Testphasen im Sommer hatten Freiwillige im Alter zwischen 18 und 60 Jahren nach Angaben der Ärzte eine Immunantwort und Antikörper gegen SARS-CoV-2 entwickelt, wobei die Wirksamkeit des Impfstoffes bei 95 Prozent lag.
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