Merkel für härteren Lockdown

© REUTERS / HANNIBAL HANSCHKEBundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag (09.12.2020)
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag (09.12.2020) - SNA, 1920, 09.12.2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt in der Generaldebatte im Deutschen Bundestag erneut für einen härteren Lockdown ein. Sie verwies auf Empfehlungen der Wissenschaft, jetzt die Kontakte weiter drastisch zu senken, meldet die Agentur Reuters am Mittwoch.
Sie halte es daher für richtig, die Geschäfte nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar zu schließen und auch den Unterricht an den Schulen zu minimieren.
Darüber hinaus betonte Merkel die Bedeutung einer freiheitlichen Demokratie bei der Bekämpfung der Pandemie. Es seien nicht Verbote der Schlüssel zum Erfolg, es sei vielmehr "das verantwortliche Verhalten eines jeden Einzelnen und die Bereitschaft mitzumachen", sagt Merkel. Und die große Mehrheit der Deutschen habe gezeigt, dass sie bereit sei, die Regeln einzuhalten.
"Dafür bin ich von Herzen dankbar, und das sollten wir alle miteinander sein."
Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland - SNA
Angela Merkel
Bundeskanzlerin
Laut Merkel stehen die Familien unter einem besonderen Stress, unter einer besonderen Herausforderung in diesen Zeiten. Man müsse sich diesen Stress immer wieder vor Augen halten.
"Jeder ahnt, was jetzt los ist in den Familien, wenn man morgens nicht weiß, hat das Kind Schnupfen, kann es in die Schule gehen, was ist in der Schule los, was wartet auf uns", zitiert die Deutsche Presse-Agentur Merkel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag (09.12.2020) - SNA, 1920, 09.12.2020
Generaldebatte im Bundestag: Merkel gibt Regierungserklärung ab
Die Regierung habe aber vieles für Familien getan, so Merkel. Sie verwies auf die Erhöhung des Kindergeldes ab dem kommenden Jahr, auf steuerliche Entlastungen für Alleinerziehende, den Abbau des Solidaritätszuschlags und die Erhöhung der Kinderkrankentage.
Die Wissenschaft flehe geradezu darum, vor Weihnachten, bevor man Oma und Opa sehe, eine Woche der Kontaktreduzierung zu ermöglichen, so Merkel. "Wenn wir jetzt vor Weihnachten zu viele Kontakte haben und anschließend es das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, dann werden wir etwas versäumt haben. Das sollten wir nicht tun", so Merkel weiter.

Corona-Lage in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet einen Anstieg der Positiv-Tests in Deutschland um 20.815 auf über 1,218 Millionen. Die Zahl gestorbenen Menschen, die positiv getestet wurden, erhöht sich um 590 auf 19.932. Das sind über 100 Fälle mehr als beim bisherigen Rekordstand von 487 Toten vom vergangenen Mittwoch. Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland insgesamt 1.218.524 Infektionen mit Sars-CoV-2 bestätigt worden. Genesen sind laut Internetseite des RKI rund 902.100 Menschen, rund 20.200 mehr als am Vortag.
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