Russische Forscher entwickeln Methode zur schnelleren Heilung eitriger Wunden

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Russische Forscher entwickeln Methode zur schnelleren Heilung eitriger Wunden (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.12.2020
Russische Universitäten sind ins Rennen um die Schaffung neuer antiseptischer und wundheilender Mittel eingestiegen. Die Suche nach alternativen Methoden zur Behandlung eitrigen Entzündungen der Haut ist in der Wissenschaft weltweit aktuell – Bakterien werden zunehmend resistenter und die bestehenden antibakteriellen Medikamente wirkungsloser.
Wie sind die Aussichten der Entwicklung dieser Richtung an russischen Universitäten? Was haben russische Wissenschaftler bisher erreicht?
Wissenschaftlern der Staatlichen Medizinischen Setschenow-Universität Moskau ist es gelungen, die Heilung von Hautverletzungen mithilfe einer photodynamischen Therapie unter Anwendung von Fotoditazin zusammen mit Pluronic F127 und Chitosan zu beschleunigen. Die Ergebnisse der entsprechenden Studie sind in der Zeitschrift "Journal of Photochemistry and Photobiology B: Biology" veröffentlicht.
Die neue Methode zeigte einen eindeutigen antibakteriellen Effekt und beschleunigte die Heilung der Wunde. Wie die Moskauer Medizin-Universität berichtet, wurde dank dieser Lösung die Mikroben-Konzentration der Wunden um mehr als das 30-fache reduziert, wobei die Regeneration beschleunigt und die Dichte des Granulationsgewebes um das Sechsfache im Vergleich mit der Testgruppe, bei der die Wunden mit Chlorhexidin behandelt wurden, erhöht wurde.
Die Behandlung der Wunde mittels Photosensibilisator erfolgte im Rahmen eines polymeren Komplexes. Polymere erfüllten die Rolle einer „Bakterizid-Salbe“, die gegen Bakterien kämpfte und das Gewebe positiv beeinflusste, indem eine überflüssige Entzündungsreaktion gemildert wurde.
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Der Leiter des Labors für experimentelle Morphologie der Moskauer Setschenow-Universität, Anatoli Schechter, sagte, dass solche Kompositionen in der Zukunft auf einen Stoff gelegt und damit Bindenmaterial für photodynamische Therapie gefertigt werden kann, die als erste Wundversorgung dienen wird.
Laut Experten können neue Behandlungsmethoden wie photodynamische Therapie in den kommenden Jahren das Paradigma der Behandlung von Infektionserkrankungen bedeutend beeinflussen. Zudem sollen neue Materialien eine Antwort auf eine globale Herausforderung geben, die vor dem globalen Gesundheitssystem steht – das Wachstum der Resistenz von Mikroorganismen gegenüber Antibiotika.
Die Effizienz der konservativen Therapie bei Infektionen nimmt tatsächlich weiter ab. In diesem Zusammenhang passen die russischen Medizin-Unis ihre Lehrprogramme an entsprechende Anforderungen der Gesundheitssysteme an. An der Setschenow-Universität wurde das Weiterbildungsprogramm „Gewebe-Ingenieur“ konzipiert. Die begabtesten und aktivsten Studenten, die in die wissenschaftliche Arbeit im Rahmen des wissenschaftstechnologischen Parks für Biomedizin (hochtechnologischer und forschungsintensiver interdisziplinärer Cluster) einbezogen sind, sind Mitglieder des Setschenow-Klubs für Biomedizin. Seine wissenschaftliche Arbeit ist auf die Entwicklung und Umsetzung neuer Herangehensweisen zur Bildung von biokompatiblen Matrix-Trägern auf Grundlage moderner Methoden der chemischen Technologie und 3D-Drucken gerichtet.
Der Leiter des Forschungslabors Molekular-Genetik der Mikroorganismen des Instituts für Grundlagenmedizin und Biologie der Universität Kasan, Airat Kajumow, bezeichnete diese Richtung als eine gemeinsame Aufgabe von globalem Ausmaß.
„Es geht darum, dass die überwiegende Mehrheit der Infektionserkrankungen der Menschen und Tiere mit der Bildung von Biofilmen – Mikroben-Konsortien, die sich in einer hochmolekularen Matrix befinden, die von ihnen generiert wird,  was eine sehr hohe Resistenz der Bakterien gegenüber Antibiotika und dem Immunsystem des Körpers auslöst, verbunden ist. Die Bildung von Mikroben-Filmen auf den Wunden senkt die Effizienz der Antimikrobentherapie um ein Vielfaches und verlangsamt den Heilungsprozess“, so der Wissenschaftler.
„Gerade deshalb brauchen wir neue antiseptische Mittel und wundheilende Agenten“, sagte er. An der Universität Kasan steht dieses Thema bereits seit einigen Jahren im Fokus. So arbeitet die Universität an der Schaffung von Bindenmaterialien, die auf Chitosan immobilisiertes Fizin und Antimikroben-Medikamente enthalten.
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