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Außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion Hampel in Moskau: Nawalny, Corona, Querdenken – Exklusiv

© SNA / Nikolaj JolkinAußenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion Armin-Paulus Hampel
Außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion Armin-Paulus Hampel - SNA, 1920, 09.12.2020
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Selbstverständlich sind die deutsch-russischen Beziehungen durch die Causa Nawalny getrübt, sagte Armin-Paulus Hampel im SNA-Interview. Er hat sich im deutschen Bundestag dazu explizit geäußert und das mit einer etwas lockeren Sprache ausgedrückt: Für wie bekloppt hält man eigentlich die russische Regierung?
Wenn man meine, so der Parlamentarier, „dass dort ein vermeintlicher Regierungsgegner mit einem Massenvernichtungswaffenmittel ums Leben gebracht werden soll, den man dann auch noch zügig nach Deutschland expediert, um sämtliche Beweise in Deutschland sammeln zu lassen. So dumm ist man in Moskau nicht und anderswo auch nicht. Und von daher habe ich meine argen Zweifel an dem dargestellten Ablauf dieses Ereignisses.“
Was ihn allerdings völlig irritiere, sei, „warum die deutschen Erkenntnisse nicht subito den russischen Behörden zur Verfügung gestellt werden. Dann höre ich von deutscher Seite, Russland hätte noch kein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ich lernte allerdings, dass es eine unterschiedliche Interpretation dieses Wortes ,Ermittlungsverfahren‘ in Deutschland wie in Russland gibt. In Deutschland läuft das so ab, dass bei einem Anfangsverdacht eine Vorermittlung stattfindet und bei genügend Beweisen ein Staatsanwalt dann ein offizielles Ermittlungsverfahren einleitet.“
Der russische Außenminister Sergej Lawrow (2L) beim Treffen mit AfD-Politikern in Moskau - SNA, 1920, 09.12.2020
AfD-Abgeordnete fordern Neustart von deutsch-russischen Beziehungen
Hampel habe jetzt in Moskau gelernt, dass die sogenannte Vorermittlung, wie man sie in Deutschland kenne, in Russland schon das eigentliche Ermittlungsverfahren sei. „Das müsste die deutsche Botschaft besser wissen als ich und hätte das schon längst an die Bundesregierung expedieren müssen. Dann allerdings sehe ich überhaupt keinen Hinderungsgrund, warum die Bundesrepublik nicht die Erkenntnisse, die wir in Berlin gesammelt haben, den russischen Behörden zur Verfügung stellt. Wir wollen doch alle Aufklärung, wir wollen doch wissen, was da passiert ist.“
Der Bundestagsabgeordnete weist auch auf eine formelle Behinderung hin, „weil dieses oder jedes Verfahren nicht eingehalten wurde, ist doch nur hinderlich. Es geht um die Aufklärung eines Sachverhaltes, und da sollte die Bundesregierung maßgeblich dazu beitragen. Ich weiß, dass die Ermittlungsbehörden in Deutschland ansonsten mit den russischen Behörden sehr gut zusammenarbeiten. Ich habe unlängst vom Deutschen Bundeskriminalamt gehört, dass die Zusammenarbeit mit den russischen Kollegen nicht nur gut, sondern auch sehr professionell ist. Die russischen Kollegen wurden da gelobt. Also, was hindert uns daran?“

Bei der Corona-Pandemie Risikogruppen schützen und nicht Wirtschaft lahmlegen

Laut einer Studie der Universität Basel wollen 30 Prozent der Anhänger der Querdenken-Bewegung bei der nächsten Bundestagswahl für die AfD stimmen. Was hält der AfD-Abgeordnete Hampel von den Kritikern der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung und der anstehenden Corona-Impfungen? „Unsere Position ist ja schon seit den ersten Corona-Maßnahmen im Frühjahr klar. Es wurde immer gesagt, ja, ach, sie hätten sich da nicht positioniert. Dies stimmt nicht.“
Der Parlamentarier sagt weiter: „Wir haben uns erst mal informiert, das bedurfte in der Tat einer gewissen Zeit, aber das gehört dazu, um seriös urteilen zu können. Wir sind dann sehr schnell zu einer Erkenntnis gekommen, die übrigens heute noch geht und von anderen Gruppen inzwischen auch gefordert wird. Nämlich die Erkenntnis, die von keiner wissenschaftlichen Seite bezweifelt wird, dass bei 85 Prozent der Betroffenen, der Infizierten Corona wie eine leichte Grippe wahrgenommen wird oder teilweise gar keine Symptome erzeugt.“
„15 Prozent der Betroffenen sind klar zu definieren, denn es sind in der Regel sehr Alte und Vorerkrankte. Es gibt keine wissenschaftliche Quelle, die einen Zweifel daran hat, dass die Zahlen 85 und 15 nicht stimmen. Und unsere Forderung war von Anfang an, wenn man sich in Katastrophenvorsorge ein bisschen informiert, und da gibt es übrigens Planungen der Bundesregierung, die sozusagen seit Jahren auf dem Tisch liegen, dass man, bevor man ein Land komplett stilllegt, wie das im März geschehen ist, und jetzt wieder große Teile des öffentlichen Lebens lahmlegt, dass man doch als Erstes versuchen muss, die Risikogruppen bestmöglich zu schützen.“
Dass jetzt möglichst viele Untersuchungen in Altenheimen gemacht werden, hält Hampel für absurd. „Ein Altenheim ist professionell zu schützen. Diese ganzen Masken und Schutzausrüstungen, die es ja gibt und die eben früher nicht zu beschaffen waren, müssten inzwischen in Deutschland da sein. Und da wäre das Erste, gerade in den Alten- und Pflegeheimen für einen professionellen Schutz zu sorgen, Schutz auch der Pfleger zum Beispiel, aber genauso über die Krankenkassen Vorinfizierte zu informieren.“
„Diese können sich in eine private oder in eine staatliche Quarantäne begeben, fügt der Parlamentarier hinzu, „übrigens ohne, dass der Name des Betroffenen bei der Bundesregierung bekannt wird. Die Krankenkassen könnten das regeln. In ihren Computern haben sie die Vorerkrankten. Das ist an sich die massive Kritik, die wir an der Maßnahme im Frühjahr geübt haben und die wir jetzt nochmal vorbringen. Bevor ich ein Land stilllege und bevor ich die Wirtschaft lahmlege, muss ich erst mal professionell die erkannten Risikogruppen schützen. Die Risikogruppen sind klar definiert, und sie werden auch von keinem angezweifelt. Was hindert die Bundesregierung daran, aktiv zu werden? Das ist das, was uns stört und was wir auch beklagen.“
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