Spahn schließt Schließung von Geschäften nicht aus, Berlin legt neues Anti-Terror-Konzept vor

© REUTERS / MICHELE TANTUSSIBundesgesundheitsminister Jens Spahn (Berlin, 08.12.2020)
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Berlin, 08.12.2020) - SNA, 1920, 08.12.2020
Spahn schließt erneute Schließung von Geschäften nicht aus; Berlin legt neues Anti-Terror-Konzept vor; Viele Menschen bereit zum Corona-Regelbruch an Weihnachten; Lauterbach und Montgomery fordern harten Lockdown; Briten werden geimpft; Haushälterin der Queen kündigt Job nach 32 Jahren
SNA präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Dienstag geschehen ist.

Spahn schließt Schließung von Geschäften nicht aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht sich für eine deutliche Verschärfung der Maßnahmen zur Kontaktverminderung aus, sollte die Zahl der neuen Corona-Infektionen in den nächsten Tagen nicht sinken.
„Der Ansatz kurz und umfassender, um wirklich einen Unterschied zu machen, ist wahrscheinlich der erfolgreichere. Wenn wir nicht hinkommen mit der Entwicklung der nächsten ein, zwei Wochen bis Weihnachten, dann müssen wir das diskutieren“, sagte der Gesundheitsminister gegenüber Phoenix TV.
Nicht ausschließen wollte Spahn eine erneute Schließung des Einzelhandels wie im Frühjahr. Er mache das von den nächsten Tagen abhängig und ob es gelinge, die Zahlen runter zu bringen. Auch künftig würden die Bundesländer aber individuelle Konzepte verfolgen, was er aufgrund unterschiedlicher Inzidenzzahlen auch für richtig halte. Man müsse in Sachsen andere Maßnahmen ergreifen als in Schleswig-Holstein, wenn das ganze Akzeptanz behalten solle, meinte Spahn.

Berlin legt neues Anti-Terror-Konzept vor

Vier Jahre nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz will Innensenator Andreas Geisel ein neues Anti-Terror-Konzept vorlegen. Es solle am 18. Dezember in der Hauptstadt vorgestellt werden, sagte Geisel der Deutschen Presse-Agentur.
Es gehe um Zusammenarbeit bei der Terrorismusabwehr, eine noch intensivere Beobachtung von Gefährdern sowie um vernetztes Agieren etwa von Polizei und Feuerwehr in Gefahrenlagen. Es gebe auch das Ziel, Aufenthalte von Gefährdern in Deutschland schneller zu beenden. Berlin habe sich bei dem Konzept an London orientiert, teilte der SPD-Politiker mit. Die salafistische Szene in der Hauptstadt werde größer, so Geisel. Laut Innenverwaltung muss jederzeit damit gerechnet werden, dass es wieder zu einem Anschlag in Berlin kommen kann.

Viele Menschen bereit zum Corona-Regelbruch an Weihnachten

Viele Menschen sind einer Umfrage zufolge bereit, die eigentlich für gut befundenen Corona-Regeln an Weihnachten zu brechen. Mehr als drei Viertel der Befragten befürworte die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, ergab die Studie im Auftrag der Universität der Bundeswehr München. 42 Prozent sagten aber auch, sie wollten sich unter Umständen über geltende Regeln hinwegsetzen. Die Schnittmenge zwischen beiden Gruppen liege bei 25 Prozent. Die Bereitschaft zum Regelbruch sei besonders dann gegeben, wenn Menschen die Regeln für übertrieben hielten oder sicher seien, dass nichts passieren könne, heißt es in einer Mitteilung.

Lauterbach und Montgomery fordern harten Lockdown

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert angesichts steigender Infektionszahlen einen harten Lockdown. Man sollte die Schulen vier Wochen in die Weihnachtsferien schicken, idealerweise schon innerhalb der nächsten Woche und dann bis einschließlich der ersten Januarwoche, sagt Lauterbach der „Rheinischen Post“. Auch der Einzelhandel soll seiner Ansicht nach sofort nach Weihnachten geschlossen werden. Zu Silvester dürfe es beim Kontaktverbot keine Lockerungen geben. Man müsse die Weihnachtszeit für eine Unterbrechung der Pandemie nutzen und dürfe sich nicht an bis zu 500 Tote am Tag durch Covid gewöhnen. Auch Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat sich für strenge Ausgangsbeschränkungen ausgesprochen. Überall dort, wo die Infektionszahlen hoch seien, brauche man schon bis Weihnachten harte Ausgangsbeschränkungen, bei denen die Menschen nur noch aus triftigem Grund das Haus verlassen dürften, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes ebenfalls der „Rheinischen Post“.

Briten werden geimpft

Vor allen EU-Staaten will Großbritannien heute mit flächendeckenden Impfungen gegen Corona beginnen. Zuerst sollen über 80-Jährige, Mitarbeiter in Pflegeheimen sowie besonders gefährdetes medizinisches Personal das Mittel des Herstellers Biontech und dessen Partner Pfizer erhalten. 50 Kliniken sollen als Impfzentren dienen. Die logistische Herausforderung sei groß, weil das Mittel bei minus 70 Grad Celsius gekühlt werden müsse.

Haushälterin der Queen kündigt Job nach 32 Jahren

Die Haushälterin von Queen Elizabeth II. auf dem royalen Anwesen in Sandringham hat nach 32 Jahren ihren Job aufgegeben. Der Zeitung „The Sun“ zufolge hat die 56-jährige Patricia Earl ihre Arbeitsstelle angeblich nach einem Aufstand von Mitarbeitern gekündigt. Mitglieder des Personals in Sandringham sollen gegen die Pläne protestiert haben, sich rund um Weihnachten für einen Monat von ihren Angehörigen zu isolieren. Darüber sei Patricia Earl, die 2018 noch für ihre Dienste mit der Royal Victorian Medal ausgezeichnet wurde, „beschämt“ gewesen.
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