Zu große Nachfrage: Pfizer liefert kommendes Jahr erheblich weniger Impfstoffdosen an USA – WP

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Pharmaunternehmen (Symbolbild)  - SNA, 1920, 08.12.2020
Angesichts der enormen Nachfrage wird der Pharmakonzern Pfizer den USA bis Mitte nächsten Jahres erheblich weniger Impfstoffdosen zur Verfügung stellen können, als zunächst geplant war, berichtet die „Washington Post“ (WP).
Das Unternehmen soll die US-Administration darüber kürzlich in Kenntnis gesetzt haben. Andere Länder hätten sich bereits den Großteil des Imfpstoffbestandes des Unternehmens gesichert, hieß es zur Begründung. Eine erhebliche Produktionssteigerung wird es demnach nicht geben. Laut WP bedeutet das, dass die US-Behörden die Impfstofflieferungen nicht so schnell erhalten werden, wie erwartet. Das stelle den angestrebten Zeitplan für die Impfung der breiten Bevölkerung Ende Frühling/Anfang Sommer infrage.
Pfizer-Sprecherin Amy Rose bestätigte die Angaben auf Anfrage nicht. Sie verwies lediglich auf die Lieferung von 100 Millionen Impfstoffdosen, die sich die USA mit dem Vertrag gesichert hätten. Für zusätzliche Lieferungen müsse ein neuer Vertrag abgeschlossen werden.
Die US-Regierung unterzeichnete mit Pfizer und dem Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech einen Vertrag über den Erwerb von bis zu 600 Millionen Impfstoffdosen. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Unternehmen nach der Lieferung von 100 Millionen Impfstoffdosen 1,95 Milliarden Dollar erhalten werden. Danach soll die Beschaffung von zusäztlichen 500 Millionen Impfstoffdosen möglich sein.
Vertreter der US-Administration hatten zuvor bestritten, dass es im zweiten Jahresquartal Probleme mit der Verfügbarkeit des Vakzins geben werde. Sie verwiesen dabei auf die Entwicklung anderer Impfstoffe. Allerdings sollen einige US-Abgeordnete, die mit den Bestimmungen des Vertrags vertraut sind, bereits vor Engpässen in der landesweiten Versorgung mit dem Serum gewarnt haben.

Pfizer steckt zurück

Nach Angaben des „Wall Street Journal“ musste der Pharmakonzern Pfizer wegen Problemen bei der Lieferkette seine Auslieferungsziele für seinen Corona-Impfstoff halbieren. Der Ausbau habe länger gedauert als angenommen, teilte eine Sprecherin von Pfizer laut der Zeitung mit. Darüber hinaus hätten die Ergebnisse der klinischen Studie später vorgelegen als ursprünglich gedacht. Eine direkte Stellungnahme des amerikanischen Konzerns zu dem Bericht lag nicht vor.
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Pfizer und der deutsche Partner Biontech sollen noch bis Mitte November intern an dem Ziel festgehalten haben, zum Ende dieses Jahres 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Zuletzt sprach das Unternehmen allerdings nur noch von 50 Millionen Dosen. Für das kommende Jahr bleibe es bei der ursprünglichen Planung zur Auslieferung von mehr als einer Milliarde Impfstoffdosen, so das Blatt.
Die britische Arzneimittelbehörde hatte Pfizer und BioNTech am Mittwoch eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Großbritannien ist damit das erste Land, das dem Impfstoff eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt hat. Die US-Arzneimittelbehörde FDA und die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema prüfen derzeit ebenfalls solche Anträge. Am 9. November hatte das Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech mitgeteilt, dass seine Impfung einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete.
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