Russische Universitäten entwickeln robotergesteuerte schwere Kipplaster für Tagebau

© SNA / Walerij MelnikowKipplaster in Tagebau (Symbolbild)
Kipplaster in Tagebau (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.12.2020
Schwere robotergestützte Kipplastwagen für den Einsatz im Tagebau entwickeln Experten der Staatlichen technischen Universität „Timofej Gorbatschow“ aus der Stadt Kemerowo und von der Moskauer staatlichen technischen Universität „Nikolai Bauman“. Mit dieser neuen Technik sollen die Verkehrskosten und die Umweltbelastung wesentlich reduziert werden.
Der Bergbau ist eine strategisch wichtige Branche für viele Regionen und Länder der Welt. Experten sind überzeugt, dass die Branche ein großes Potenzial aus der Sicht der Automatisierung hat, so dass die energetische Effizienz und zudem die Umweltfreundlichkeit der Produktion erhöht werden könnte.
Zur Entwicklung dieser Richtung arbeiten Fachkräfte der Kusbass-Universität und der Moskauer Technischen Universität „Nikolai Bauman“ gemeinsam an einer neuen Gattung von robotergestützten schweren Kipplastwagen für Bergbaubetriebe, die im Automobilbetrieb KAMAZ (Nabereschnyje Tschelny, Tatarstan) hergestellt werden sollten. Das teilte der Pressedienst der Kusbass-Universität mit.
Nahaufnahme eines Magnetsystems - SNA, 1920, 08.12.2020
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„Es werden zwei Modelle von robotergestützten Kipplastern entwickelt: mit elektromechanischem Fahrantrieb, einem Kraftspeicher und einer Ladefähigkeit von 90 Tonnen sowie mit elektromechanischem Fahrantrieb nach dem Range-Extender-Prinzip und einer Ladefähigkeit von 60 Tonnen“, berichtete der Leiter des Forschungszentrums „Digitale Technologien“ bei der Kusbass-Universität, Dmitri Dubinkin. „Ihre Aufgabe ist es, in Bergbaubetrieben zu arbeiten.“
Die Kipplaster werden den Entwicklern zufolge mit einem autonomen Lenksystem ausgerüstet werden, das ein Dutzend Module und Programme beinhaltet: Entwicklung eines 2D-Fahrplans, Remoteverwaltung, das Modul für die Fahrt zum Routenziel usw.
Das Ziel, die Effizienz und Umweltfreundlichkeit der Produktion zu erhöhen, wollen die Forscher durch den Einsatz von speziellen Elektrotriebwerken erreichen. Ihnen zufolge könnten auf diese Weise die Kosten gesenkt werden, die mit der Beförderung verbunden sind, auf die im Bergbau ein Großteil der Selbstkosten entfällt.
„Kipplastwagen mit Elektrotriebwerken können verschiedene Energiequellen haben, aber Energiespeicher (Batterien oder Kondensatoren) werden viel sparsamer als Verbrennungsmotoren und zudem positiv für die Umweltsituation sein. Darüber hinaus könnte die Entscheidung für Energiespeicher eine Senkung der Ausgaben für die Montage von Stromnetzen ermöglichen und den Betrieb bei ungünstigen Wetterbedingungen erleichtern“, sagte der Direktor des Forschungs- und Bildungszentrums „KAMAZ – Technische Universität ‚Nikolai Bauman‘“, Alexander Kartaschow.
Vorläufige Tests der robotergestützten Kipplastwagen KAMAZ werden in den russischen Betrieben SDS-Ugol und SUEK stattfinden. Danach, nämlich im Jahr 2022, wird voraussichtlich die Serienproduktion der neuen Technik beginnen.
Die Entwicklung der neuen automatisierten Industriesysteme wird von den Fachkräften des Forschungszentrums „Digitale Technologien“ bei der Kusbass-Universität geführt.
„Bei dem Zentrum ‚Digitale Technologien‘ handelt es sich nicht nur um ein Projekt zur Entwicklung von neuen Technologien, sondern um eine neue auf praktische Aktivitäten orientierte Bildungsplattform, auf der wir einmalige Fachkräfte ausbilden werden, die gleichzeitig Kompetenzen auf solchen Gebieten wie Maschinenbau, Bergbau und Digitalisierung haben“, betonte der amtierende Rektor der Kusbass-Universität, Alexej Jakowlew.
An der Arbeit des Zentrums beteiligen sich die besten Studenten sowie junge Fachkräfte der Universität.
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