Cyberattacke auf norwegisches Parlament: Oslo verdächtigt Russland – Beweise liegen nicht vor

© SNA / Natalja Seliwerstowa Cyberangriff (Symbolbild)
Cyberangriff (Symbolbild)  - SNA, 1920, 08.12.2020
Der norwegische Sicherheitsdienst geht im Zusammenhang mit der Cyberattacke auf das norwegische Parlament im August nach wie vor von einer möglichen Verwicklung Russlands aus. Die Ermittlungen sollen jedoch laut der PST (Sicherheitsdienst der Polizei) keine Beweise dafür erbracht haben.
„Unsere Ermittlungen legen nahe, dass die Operation möglicherweise von Hackergruppen durchgeführt wurde, die allgemein unter den Namen APT28 und Fancy Bear bekannt sind. Sie stehen in Verbindung mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU, genauer gesagt mit der Kommandozentrale für Spezialoperationen“, heißt es in der Mitteilung des PST.
Wie es weiter heißt, liegen dafür keine stichhaltigen Beweise vor. Außerdem sollen die Ermittlungen in dem Fall bereits abgeschlossen sein.
„Die Untersuchungen zeigen, dass die gegen das Parlament verübte Cyberoperation Teil einer großangelegten Kampagne auf nationaler und internationaler Ebene ist, die seit 2019 geführt wird“, so der PST.
Behörden zufolge sollen bei der Cyberattacke vom 24. August E-Mail-Konten mehrerer Abgeordneter und Mitarbeiter des norwegischen Parlaments gehackt worden sein. Die norwegische Regierung warf Russland vor, hinter dem Hackerangriff auf das Parlament in Oslo zu stehen. „Das ist ein schwerwiegender Vorfall, der unsere wichtigste demokratische Institution betrifft“, sagte die norwegische Außenministerin, Ine Eriksen Søreide, im Oktober. Es sei wichtig, Russland zur Verantwortung zu ziehen.

Reaktion der russischen Botschaft in Oslo

Die russische Botschaft in Oslo hatte die Anschuldigungen bereits im Oktober zurückgewiesen und als „Provokation“ bezeichnet. Nun nahm die diplomatische Vertretung Stellung zu der jüngsten Mitteilung des PST.
„Wie von uns angenommen, haben die Ermittlungen des Sicherheitsdienstes der Polizei Norwegens im Fall um die Cyberattacke auf das norwegische Parlament zu nichts geführt – es liegen keine Beweise für eine Beteiligung Russlands vor. Anschuldigungen ohne Beweise nach der Devise ‚highly likely’ sind inakzeptabel“, teilte die Botschaft auf Facebook mit.
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