Weihnachten in der Schweiz in der Pandemie: Tipps zum Feiern trotz zugespitzter Lage

© REUTERS / ARND WIEGMANNWeihnachtsdekoration der Züricher Straßen
Weihnachtsdekoration der Züricher Straßen - SNA, 1920, 07.12.2020
Der letzte Monat des Jahres ist angebrochen und die Pandemie in der Schweiz hat einen erneuten Höhepunkt erreicht. Welche Maßnahmen trifft die Bundesregierung, um das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu schützen? Das Bundesamt für Gesundheit veröffentlichte dazu Tipps für ein sicheres Weihnachtsfest.
Die Lage hätte sich verbessert, doch sie bleibe fragil, sagte auf einer Pressekonferenz am Freitag Virginie Masserey, eine Sprecherin vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Wie genau es weitergeht, müsse erst kurze Zeit vor den Festtagen entschlossen werden. Bis dahin veröffentlichte das BAG bereits erste Empfehlungen für eine sichere Weihnachtsfeier. Eine Alternative wäre beispielsweise das Feiern im Freien oder etwa das Zusammentreffen in einem kleineren Kreis.

Die Tipps des Bundesamtes für Gesundheit

Ein Verzicht auf das Feiern mit Familie ist nicht notwendig, schreibt das BAG auf seiner Website. Dennoch lasse sich nicht bestreiten, dass das Fest mit Familie und Bekannten viele Ansteckungsrisiken bergen könne. Bei Unsicherheiten müssten die Beteiligten an einer Feier miteinander reden und eventuell auch die Feier absagen. Wenn die Feier aber von allen Mitfeiernden gewünscht und möglich sei, könnten einige Vorsichtsmaßnahmen das Infektionsrisiko mindern.
Der erste Tipp des BAG lautet: Weihnachtsgeschenke frühzeitig einzukaufen, um Gedränge zu verhindern. Es ist ratsam, die Stoßzeiten zu meiden. Zudem würden Überlegungen und konkrete Einkaufslisten das Rumstöbern in vielen Läden und Geschäften verringern. Die üblichen Regeln sind natürlich weiterhin wichtig: das Desinfizieren von Händen, das kontaktlose Bezahlen und der Mindestabstand.
Einen wichtigen Aspekt der Prävention sehe das Bundesamt darin, das Fest frühzeitig zu planen. So rät das BAG dazu, sich bestenfalls zwei Wochen vor Weihnachten zu isolieren. Auch sollten sich Familienmitglieder darüber einig sein, wie sie mit Umarmungen, Abstand oder Masken umgehen. In größeren Räumen, wenn sie vorhanden sind, können mehrere Tische stehen, um den Abstand einhalten zu können.
Zu der Festmahl: Statt Buffet empfiehlt das Bundesamt die Gerichte schon auf Tellern anzurichten, so ist die Ansteckungsgefahr über Schmierinfektionen geringer. Das BAG rät zudem vom Singen ab. Lüften in regelmäßigen Abständen sei ebenfalls ein wichtiger Punkt für den Schutz vor Infektionen.

Zugespitzte Lage

Ob diese Tipps reichen werden, ist jedoch noch nicht einzuschätzen. Zuvor hat die Bundesregierung beschlossen, bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten als Obergrenze für Festlichkeiten zu bestimmen. Auch die Schulen überlegen sich, die Weihnachtsferien früher zu beginnen wie etwa in Baden-Württemberg, Bayern oder Niedersachsen. Über Neujahr sollen die Schweizer nicht auf öffentlichen Plätzen zusammenkommen und auf öffentlichen Parkplätzen und auf belebten Einkaufsstraßen soll eine Maskenpflicht sie vor Ansteckung schützen.
Angesichts der sich immer weiter zuspitzenden Situation sehen viele Experten Bedarf zum Handeln. Die zweite Corona-Welle hinterlässt in der Schweiz enorme Spuren: In den ersten zwei Novemberwochen war eine deutliche „Übersterblichkeit“ bei Menschen über 65 Jahren zu vernehmen, schreibt die Schweizer Zeitschrift „Neue Zürcher Zeitung“. Bisher zählt die Eidgenossenschaft 4250 Covid-19-Tote (Stand 30. Dezember 2020). Mit der Sterblichkeit im November zählt die Schweiz zu den Ländern mit der höchsten Covid-19-Todesrate: Am Dienstag letzter Woche wiesen lediglich zwölf Länder eine höhere Sterberate als die Schweiz auf.
lm
Teilnehmerin der Veranstaltung Rent-a-Santa im ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof - SNA, 1920, 07.12.2020
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